Freitag, 19. Dezember 2008

Hej och glad advent till ni alla!

Bevor es richtig weihnachtet kommt nun noch ein kleiner Adventbericht aus Sollentuna.

Meine letzten Wochen bestanden hauptsächlich aus Krippenspielen in allen Variationen (Puppentheater, Kirchenrundgang, Klebefiguren und richtig verkleidet mit echter Krippe...). Mittlerweile kenne ich so einige schwedische Weihnachtsleieder,und die typischen Sätze, wie "Der Kaiser hat verordnet, dass...", "Fürchte Dich nicht!" oder "Pack noch ein paar Stullen für die lange Reise ein!" wirklich im Traum auswendig.

In der Gemeinde hatten wir das typische Julbord- Essen (=Weihnachtstisch) mit Hering in allen Variationen, Fleischbällchen, Schinken, Wurst, Grütze, gebrannten Mandeln und anderen Leckereien. Mit Mia und Dominque war ich auf einem sehr grossen und bekannten Weihnachtskonzert in Stockholm- es war klasse mit super Akkustik und tollen Lichteffekten.

Am 13.Dezember wird in Schweden Lucia- das Fest des Lichtes- gefeiert. Mit meinem Gospelchor hatte ich ein Konzert und ich war weissglitzernd im "Lucia-Torget" mit dabei.

In der letzten Woche war dies jedoch nicht das einzige Highlight, denn mein Schwetserherz Almuth kam in den hohen Norden geflogen. Wir hatten grossartige Tage zusammen, mit viel Tee und Erzählen, viel Shopping, viel Natur, viel Stockholm und einen Rundum- Einblick in mein hiesiges Leben.

Nun geht es ans Geschenke basteln, Plätzchen backen und Weihnachtsgottesdienst vorbereiten.
Heute feiern wir mit der Studentengruppe und morgen singe ich im Carola-Chor im Stockholmer Circus. Alle, die jetzt nicht aufhorchen, wissen, dass sie nicht schwedisch sind:
Carola ist die schwedische Herbert Grönemeyer- jeder kennt sie, viele mögen sie! Zufälligerweise braucht sie kurzfristig einen grösseren Chor für ihr Konzert und so wurde ich über Mias Mann gefragt, ob ich mitsingen möchte. Morgen um 11h ist erste Probe, um 15:30h erstes Konzert und um 18:30h zweites Konzert. Ich bin mal sehr gespannt...

Weihnachten werde ich mit Mia und ihrer Familie verbringen. Ich ziehe über die Festtage zu ihnen und bin sicher, dort gut aufgehoben zu sein.
God Jul!! Eure Uta


Das Weihnachtskonzert.
"Julbord."



Sankta Lucia.


"Det här är min kära syster!"

Montag, 1. Dezember 2008

Hej alla!
Zwei schöne Wochen sind um seit meinem letzten Eintrag und es ist ein herrliches Gefühl sie sowas wie "Alltag" nennen zu können. Es waren tatsächlich meine ersten Wochen, in denen ich einfach nur in Sollentuna war.
Langweilig waren sie ganz und gar nicht.
Meine Arbeit macht nun wirklich mehr Spass, weil das Schwedisch langsam läuft. Meine eigene Schulkinder-Reli-Gruppe braucht Vorbereitung und ist der beste Teil meines Jobs. Im Gemeindeleben bin ich nun bei allen bekannt und habe kleine Aufgaben im Gottesdienst, sowie grössere bei Veranstaltungen, wie Adventsbasar und Familiengottesdiensten. Meine freie Zeir füllt sich mit Sport, Chor, Adventskonzerten, hiesige Freunde treffen und das Volontärdasein geniessen.




Zeitweise hatte sich hier alles in ein weissglitzerndes Winterparadies verwandelt. Mit viel Schnee, zahlreichen Adventssternen in den Fenstern und Weihnachtsliedern ist der Winter in Schweden wirklich traumhaft.
Statt viel Text gibt es heute eine kleine Photosammlung (ich habe endlich einen Kartenleser auftreiben können!).
Viel Spass beim Anschauen,
eure Uta.




Das Vasa-Museum, ein spannendes und beeindruckendes Erlebnis!










Die Rehe in meinem Garten.

Dominique und ich vergnügen uns in Göteborg.

Montag, 17. November 2008

Tschena!
Es ist ein herrlich sonniger, ziemlich kalter Morgen. Mein Fahrrad hat heute zum ersten Mal frei bekommen und ich habe die recht guten sollentunischen Busverbindungen genutzt.
Die letzte Woche war sehr abwechslungsreich und wirklich schön.
Am Monatgabend war ich in dem hiesigen Sportcenter beim Aerobic. Ihr dürft jetzt ruhig schmunzeln, aber es war klasse! Natürlich fast nur Frauen, schön am Springen, Steppen, Tanzen zur wirklich frischer Musik, dann ordentlich Styrketräning mit SitUps und Co und dann dehnen. Ich habe am Dienstag durchaus meine Knochen gespürt und habe mir dann am Mittwoch gleich die Dreimonatskarte für den ganzen Sportkomplex und allen seinen Angeboten gekauft.
Nun kann der kalte Winter kommen!
Der Schulbesuch mit Mia hat Spass gemacht. Das Ganze nennt sich Bibelaventyr (Bibelabenteuer) und die Kinder lernen in 2x 2h das gesamte alte Testament kennen und können es dann anhand von Stichworten und Bewegungen in 3 min durchcruisen.
Eine interessante Methode, Mia hat fleissig erzählt, ich habe an die Tafel geschrieben, vorgelesen und alles weitere Praktische gemacht. Und ehrlich gesagt: Ich lerne dabei eine ganze Menge mit!
Am Dienstagabend war ich zum zweiten Mal beim Gospelchor. Nach einem Vorsingen mit dem Ergebnis, dass ich doch besser in den Sopran gehen sollte als in den Alt ;-) (uups!), habe ich nun zahlreiche Advents- und Weihnachtskonzerttermine und es macht wirklich Spass.
Am Mittwoch hatte ich bei der Kinderreligionsgruppe zum ersten Mal meine eigene Gruppe. Es war herrrlich: alleine vor-und nachbereiten, mit 13 Kiddies in der Küche sitzen, singen, erzählen und anschliessend backen. Sie haben mich verstanden und es hat gut geklappt. So werden wir es nun beibehalten, sodass ich jede Woche alleine für die Gruppe zuständig bin.
Spät am Abend kam dann Henrik ins schöne Schweden geflogen. Es war mein erster "richtiger Besuch" und es war wirklich super mein Leben hier endlich mal jemandem zeigen zu können. Nach einigen Ryanairkomplikationen ist er spät nachts tatsächlich im Vikingavägen angekommen. Ich habe den Schlüssel von der Wohnung neben meiner bekommen mit der Ansage "Sorge bitte dafür, dass dort nur Leute schlafen, die du kennst!". Ja klar, gerne... eigentlich war es eine Wohnung der Diakonie von Sollentuna und sie wurde für Personen genutzt, die mal irgendwo ein paar Nächte unterkommen mussten, nun ist es meine Besucherwohnung. Also Leute, ran ans Flügebuchen!!
Am Donnerstag waren wir erst schön am See spazieren und haben nachmittags eine Freundin von Henrik in Stockholm getroffen. Sie hat uns ein wenig in die stockholmer Upperclass-Areas geführt und wir hatten einer sehr netten und köstlichen Abend.
Wir waren im Vasa-Museum, ein wirklich sehenswertes und beeindruckendes Museum. Den sonnigen Samstag haben wir auf dem Rad im Naturreservat verbracht und waren abends in meiner Gemeinde, wo ich im Gottesdienst auf der Klarinette den Chor begleitet habe. Es ist schön mal wieder eine Möglichkeit zu haben, das gute Stück auszupacken!
Am Sonntag früh ist Henrik wieder gen Schottland geflogen, ich war im Gottesdienst und anschliessend mit zwei Freunden aus Sollentuna schwimmen. Die eine ist ziemlich fit und hatte den Vorschlag 3km zu schwimmen. Nach 2h Bahnenschwimmen war ich dann gut müde und ehrlich gesagt recht überrascht von mir selbst... danach gab es für alle lecker Pasta bei mir im Vikingavägen. Abends war ich bei der Studentengruppe der Pfingstkirche, dort war es wir immer super nett.
Nun beginnt die nächste Woche, der Wochen- und Monatsplan steht und erfreulicherweise kann ich sagen, dass er sich füllt mit Dingen, die mir viel Spass machen und die mich endlich auch fordern. Wer nach Aufgaben und Verantwortung sucht, kann also sogar in der Schwedischer Kirche noch etwas finden!! Gut für mich.
So nun gibt es den Rest Pasta und dann geht an die Adventsbasarvorbereitung.
Ach ja, gestern hat es geschneit, schöne, grosse Bilderbuchflocken. Nun müssen sie nur noch liegenbleiben.
Eure Uta

Montag, 10. November 2008

Paldies. ("Das war lettisch.")

Gestern bin ich von unserer 5tägigen Riga-Personalreise wiedergekommen und heute morgen habe ich prompt die Zeitumstellung vergessen und bin eine Stunde zu früh wach geworden.

Die Tage in Riga waren sehr schön. Wir waren wirklich edel untergebracht im Gutenberghotel mitten in der Altstadt. Antik-eschickes Möbilar in meinem Doppelzimmer (das ich allerdings für mich alleine hatte), Flachbildfernseher mit RTL-Empfang, Frühstücksbuffet im grossen Stil, jeden Abend gemeinsamer Restaurantbesuch und und und. Ich muss zugeben, dass es mir manchmal ein bisschen zuviel Luxusleben war, es ist schon komisch als westeuropäische Kirchenmitarbeiter in einem Land wie Lettland so auf den Putz zu hauen. Aber ich hatte auch nicht die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen und habe es doch sehr genossen... ;-)
Neben diesen Verwöhnungen haben wir über Jahresplanung gesprochen, Budget, Gemeindeleben etc. Leider handelte es sich häufig um die Zeit nach meinem Aufenthalt hier, sodass ich nicht viel beitragen konnte. Aber ich merke, dass ich deutlich geduldiger geworden bin durch die viele Seminarberieselung... dann hör ich eben zu, verziere den Programmzettel und freu mich auf die nächste Pause. Ausserdem habe wir die Institutionen besucht für die unsere Gemeinde regelmässig Geld sammelt. Wir waren in einem Internat für beeinträchtigte Kinder und haben unsere Partnergemeinde besucht. Das war sehr interessant und wir wurden sehr herzlich empfangen. Ich habe oft daran gedacht, dass ich bei meiner Bewerbung nach Schweden und England, Ungarn als Drittwunsch angegeben habe. Es ist seltsam darüber nachzudenekn, wie meine Arbeit wohl dort ausgesehen hätte. Sicher ohne komplett gestellte Personalreise in eine anderers Land in einem solchen Umfang...
Für mich war es besonders schön meine Mitarbeiter mal auf privater Ebene kennenzulernen. Sie sind wirklich eine klasse Runde. Ich fühle mich sehr wohl mit ihnen.

Morgen gehe ich mit meiner Mentorin in die hiesige Grundschule und gebe mit ihr mehrere Stunden Bibel-Religions-Unterricht. Dafür haben wir ein tragbares Bücherregal in Form der Bibel und jedes Buch des alten und neues Testamentes steht als Buch in dem Regal. Die kleinen Bücher kann man dann aufklappen und dann sieht man eine kreative Darstellung des Buchinhaltes. Beim Paradies gibt es ein Schokobonbon...

Liebe Grüsse aus Sollentuna. Eure Uta

P.S.: Heute morgen hatte ich eine kleine Überraschung: Drei Rehe haben sich völlig ruhig und vertraut in meinem Garten den Bauch vollgeschlagen. Ich habe gedacht ich guck nicht richtig, aber Mia meinte, dass kommt hier wohl öfters vor... "Culture-Clash", wie meine geliebten Seminarleiter sagen würden.

Montag, 3. November 2008

Hej Hej.
Es ist ein sonniger Montagmittag, draussen ist es recht kalt geworden und von ersten Schneestürmen war letzte Woche schon zu hören... bald wird die Sauna zum ersten mal angeworfen!!

Anfang letzter Woche war ich als Betreuerin auf dem Höstlovslager, die Herbstfreizeit für alle Kinder aus den Gemeinden in Sollentuna. Wir sind zu einem schönen altem Haus am See im Norden Sollentunas gefahren und haben dort drei Tage lang Kinderparadies gespielt: Kennenlernspiele im Sonnenschein, Nachtwanderung mit Fackeln, glitschigen Spaghettis und auf dem Lagerfeuer gegrillten Würstchen, Bibelgeschichten hören, Basteleien aller Art, Kinderdisco, Torten selber machen, Theater, Chor, Andachten, Kindergeburtstagsessen und und und!! Ich hatte im Vorfeld mit Unterstützung einiger Jugendlichen die Organisation für die Kennenlernspiele (dank zahlreicher Seminare ist mein Repertoire mittlerweile recht gross), die Nachtwanderung und den Bunten Abend übernommen. Es hat Spass gemacht und tat gut etwas selber zu machen. Es waren gelungene Tage mit wichtigen persönlichen Einsichten wie
- Heimweh-Trösten auf Schwedisch ist nicht ganz einfach.
- Pfadfinder sind wirklich eine besondere Art der Jugendarbeit. Man sollte es nicht die ganze Zeit miteinander vergleichen.
- Kinder lehren einem wichtiges Vokabular.
- Nichts geht über einen Morgenspaziergang am See.
- Wenn man für das Lagerfeuer verantwortlich ist, sollte man sich bei einer nicht-pfadfinderischen Freizeit ein komplettes Wechselsachensortiment mitnehmen. So ganz alleine nach Feuer zu duften ist nur so mittelangenehm.

Als ich wieder nach Hause kam ging es ans Umpacken, denn am Donnerstagmorgen bin ich mit Dominique nach Göteborg gefahren. Sie ist Freiwillige in der Katholischen Kirche aus Uppsala und wir haben uns im Sprachkurs kennengelernt. Einer ihrer Mitarbeiter ist über das Wochenende für ein Seminar nach Göteborg gefahren und konnte uns im Auto mitnehmen... genau das Richtige für unser knappes Volontär-Budget! In Göteborg haben wir bei Lukas gewohnt, einem anderen deutschen Volontär. Wir haben das Volontär-Network ausgenutzt und in den Tagen noch andere deutsche und schwedische Volontäre getroffen. Ausserdem waren wir im Tierpark, im alternativen Haga-Viertel (originelle Läden und wunderschöne Gassen), im Stadtmuseum (zufälligerweise war dort eine Schokoladenaustellung mit dem Feinsten vom Feinstem zum Probieren... herrrlich!) und in allen Geschäften wo vorne REA (=schlussverkauf) draufstand. Dominique und ich hatten eine super Zeit zusammen und es war schön mal die anderen deutschen Volontäre zu treffen.

Nun bin ich zwei Tage in meiner Gemeinde, gehe heut Abend zum ersten mal mit zu den Pfadfindern und am Mittwoch geht es los nach Riga. Also: Koffer ausgepackt, Koffer eingepackt!!

Har det så bra! Uta

Montag, 20. Oktober 2008




Hej alla!
Ich blicke auf zwei ereignisreiche, schöne Wochen zurück.

Mein Sprachkurs ist nun nach vier Wochen zu Ende und bei der Verabschiedung hat man gemerkt, wie gern man sich über die Wochen hinweg gewonnen hat. Ich habe bei meinem Backtag die Portion verdoppelt und am letzten Tag eine Runde Muffins spendiert... so macht man sich Freunde ;-)! Nach eifrigem Adressenaustausch ist nun sicher, dass sich unsere internationale Runde nicht zum letzten Mal gesehen hat und wir uns sicherlich in Zukunft mal bei Kaffee und Kuchen gegenseitig unsere Fortschritte im Schwedisch vorführen werden.


Letzte Woche war ich -zur Abwechslung!- mal wieder auf einem Seminar. Diesmal war es das EVS-Ankomstseminar. Wir waren sehr schön untergebracht in Lidingö, einem Stadtteil von Stockholm. Wir waren ausschliesslich ausländische Volontäre und trotz meiner Skepsis im Voraus war ein ein wirklich gutes Seminar. Keine albernen Spiele, viele Draussenaktivitäten, Hochseilgarten, Freizeit in Stockholm, lecker Essen und abendliche Sauna-Nutzung.


Am letzten Wochenende ist Tine, eine deutsche Freiwillige aus Malmö, bei mir zu Besuch geblieben. Wir haben Stockholm besichtigt und sind am Samstag in die Schären rausgefahren. Es war herrlich im Herbstsonnenschein sich den Wind auf dem Schiff ins Gesicht zu pusten, durch die unzähligen kleinen Inselchen mit roten Häusern zu tuckern, am See zu picknicken und auf der Insel Vaxholm spazieren zu gehen. Ein wunderschöner Flecken Erde, diese Schärenlandschaft!

Nachmittags waren wir kurz im Musikmuseum, ebenfalls klasse mit zahlreichen Instrumenten zum ausprobieren. Dann ging es für uns an die Abendplanung und wir hatten die Idee und irgendwo Last-Minute-Tickets zu ergattern. Beim Musical "My fair Lady" hat es auf Anhieb nicht geklappt, also haben wir es bei der Oper versucht... und siehe da... Volltreffer! Und so haben wir den Abend im Ballett "Gustav III." genossen. Grossartiges Orchester(... Motivation pur meine Klarinette mal wieder auszupacken!!), tolle Lichteffekte auf der Bühne und klasse kostümierte, professionelle Tänzer.


Den Sonntagvormittag haben wir ausgeschlafen und waren anschliessend an meinem "Direkt-vor-der-Haustür"-See spazieren. Am Nachmittag hatten wir eine Veranstaltung in meiner Gemeinde, ein "Musikalisches Feuerwerk" mit verschiedenen Chören und Solisten aus der Stadt. Aufgrund des Sprachkurses in den letzten Wochen und des Seminars hatte ich im Vorfeld keine bestimmte Aufgabe bekommen. Aber bei mir kribbelte es in den Fingerspitzen, als ich einfach nur als Zuschauer teilnehmen sollte, während alle anderen arbeiteten. Also habe ich mich der Küche gewidmet und mich mit unserer "Spülmaschine im grossen Stil" bekannt gemacht. Nach 4h Arbeit war meine Arbeitslust gestillt und ich bin abends müde und zufrieden ins Bett gefallen.


Nun beginnt mein Diakonisches Jahr eigentlich so richtig. Kein Sprachkurs mehr, kein Ankomstseminar. Ich bin auch wieder vormittags in der Gemeinde und kann mich beim Gospelchor und im Sportklub anmelden. Heute bekomme ich ein schwedische ID-Kort und mein Bankkonto. Wie ihr seht, entwickelt sich momentan alles bestens. In den nächsten Monaten stehen zahlreiche Aktionen auf dem Programm: Herbstlager der Kindergruppe, Wochenende in Göteborg, Fahrt nach Riga, Besuch aus Schottland- sieht alles sehr verheissungsvoll aus!


Hälsningar, Eure Uta

Montag, 6. Oktober 2008

>> Tschena, hur är läget? Min svenskkurs är jätte brå och vi lesar jätte mycket sakar! <<

Der Schwedischkurs beginnt Früchte zu tragen. Jeden Morgen in Stockholm und nachmittags in der Gemeinde, dort versuche ich dann alles anzuwenden- und es klappt schon recht gut.

Die letzte Woche war sehr bewegt. Am Montag ist mein Grossvater gestorben. Neben meiner Trauer, stand ich vor der drängenden Entscheidung, ob ich für die Beerdigung nach Hause fahre oder nicht. Mein Start in das Jahr war durch das "wieder-hin-und-zurück"-Seminar in Deutschland sowieso schon sehr unruhig gewesen und deshalb habe ich mich letzendlich für das Hierbleiben entschieden. Ein drittes Mal Abschiednehmen musste wirklich nicht sein.
Statt dessen habe ich eine zeitgleiche Andacht mit Dorothee und Dominique (zwei andere deutsche Volontäre) gemacht und wir hatten eine intensive, schöne Stunde. Ich bin im Nachhinein sehr froh, diesen Weg gegangen zu sein.
Am Samstagabend waren wir in Uppsala zum "surströmming"-Essen... vergammelter Fisch auf trockenem Brot mit Kartoffeln, Sahne, Butter und Zwiebeln. Ich habe tatsächlich etwas gefunden, was ich wirklich nicht esse. Nun kann ich mich nicht mehr damit rühmen, ein komplett unkomplizierter Esser zu sein: surströmming ist einfach nur eklig, es stinkt und es schmeckt eben nach vergammeltem Fisch. Nej tack, jag äter bara potatis. (= Nein danke, ich esse nur Kartoffeln!)
Nach einem gestrigen Regentag scheint heute wieder eine wunderbare Herbstsonne. Gerade habe ich einen "ingefärkaka" gebacken. Leider weiss ich nocht nicht, was "ingefär" ist, es muss sich um ine Art Gewürz handeln. Schmeckt sehr lecker!
Nun nutze ich den Nachmittag, um in dem Naturreservat eine Runde zu "cyklarn".
Hej då, vi ses! Uta

Dienstag, 30. September 2008

Hej Hej!
Nun bin ich anderthalb Wochen wieder hier und mein Leben hat eine Art von Alltag angenommen. "Alltag" soll keineswegs negativ klingen, aber nun fangen meine Tage an eine gleichmässige Struktur zu bekommen und das ist sehr angenehm nach all dem Rumgereise.
Ich habe nun jeden Morgen Schwedisch-Intensiv-Kurs in der "folksuniversitetet" in Stockholm. Der Grossstadtcharakter ist reizvoll, aber ich bin doch sehr froh zumindest ein bisschen ausserhalb zu wohnen. Der Unterricht macht viel Spass, wir sind eine internationale Gruppe von 10 Leuten und kommen gut voran. Heutige Lektion: der Imperativ --> "Titta, en älg!" (= Schau, ein Elch!). Wie ihr seht, beschränken wir uns auf sinnvolles Vokabular!
Nachmittags arbeite ich dann fuer ein paar Stunden in der Gemeinde. Engel basteln, Geschirr spuelen, Muffins backen, Kinderchor... alles doch recht spassige Tätigkeiten.
Ich habe unser klasse Herbstwetter genutzt mich mal in der Umgebung umzuschauen und es gibt zahlreiche Orte, die man zu Fuss oder mit dem Rad geniessen kann.
Letztes Wochenende haben wir den Geburtstag von Dorothee, deutsche Volontärin im Sueden Stockholms, gefeiert. Wenn man noch neu ist und wenig Leute kennt, ist es sehr spassig einfach alle einzuladen, die man trifft. Probleme wie "Ja, aber wenn ich sie einlade, muss ich auch ihn und ihn einladen und dann werden's viel zu viele.." hat man hier wirklich nicht. Dennoch kann ich mich keineswegs beschweren, denn die schwedischen Studenten, die ich bis jetzt kennengelernt habe sind wirklich nett.
Das Alleinewohnen gefällt mir bis jetzt ebenfalls gut. Die typische "Du bist ein Anfänger"- Situation hatte ich letzte Woche als ich eben nur fuer eine Person Nudeln kochen sollte... ich bin eben doch an grössere Mengen gewöhnt!! Aber zum Glueck habe ich kleines Gefrierfach und dort lager ich Brot, Fleischbällchen und andere Leckereien. Leider habe ich keinen Backofen und heute habe ich versucht Appelpie in der Mikrowelle zu machen- und oh Wunder, es funktioniert recht gut.
Nun schwinge ich mich auf mein Fahrrad und nutze noch ein bisschen die Abendsonne!
Hej då, eure Uta.

Donnerstag, 18. September 2008

geht's jetzt auch wirklich los?

Das Seminar ist überstanden und es hat erwartungsgemäß nicht sehr viel Nutzen mit sich gebracht. Wir waren in einem echten Weltverbesserhaus im Wendland untergebracht: dekorative Uraltsofas, "stand up for your rights- but sit down for your piss!"-Schilder auf dem WC, Flyer mit Aufrufen zu gewaltfreiem Widerstand gegen den Castortransport und eine kaputte Heizung. Das Rumgereise und die Kälte in diesem Haus haben meine Gesundheit etwas angeschlagen. Aber drei Tage konnte man es alles doch aushalten.
Der heutige Tag in Göttingen tat sehr gut: packen, auskurieren, Photos zeigen... diesmal ist es eben auch ein richtiger Abschied, weil ich in zwei Wochen nicht wieder auf der Matte stehe.
Das Packproblem hat mich von Neuem erreicht und ich bin gespannt, in welchem Zustand ich morgen mit Wanderrucksack, Klarinette und Handgepäck in meinem Vikingavägen 25A ankomme. Aber das soll wohl alles klappen und ich freue mich darauf mein Jahr in Schweden wirklich zu starten.
In diesem Sinne liebe Grüße an Euch alle.
Eure Uta

Sonntag, 14. September 2008

home sweet home...

Hello again.
Heute sitze ich im vertrauten Büro der Kalklage 15, Göttingen. Ich bin für 5 Tage wieder im Lande, um das Ausreise-Seminar der "Europäischen Freiwilligen Dienste" zu besuchen. Wenn ihr Euch jetzt wundert, warum ich ein Ausreiseseminar besuche, obwohl ich eigentlich schon ausgereist war, dann kann ich es verstehen- ich habe mich auch gewundert. Aber die deutsche Bürokratie will es so und deshalb fliege ich auf deren Kosten fröhlich in der Welt herum.

Ich war nun zwei Wochen in Schweden, davon eine bei meiner Einsatzstelle in Sollentuna und anschließend eine Woche auf dem "Ankunftsseminar" in Sigtuna. (Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Organisation ausgesucht habe, weil ich es für gut empfand durch das Jahr begleitet zu werden- in Form von Seminaren etc.-, aber langsam fühle ich mich etwas überbehütet.) Das Seminar in Sigtuna hatte Höhen und Tiefen. Hochpunkt war das Treffen der anderen deutschen Volontäre in Schweden und das Kennenlernen der schwedischen Volontäre. Hochpunkt war auch diese kleine Städtchen an sich und die morgendlichen Joggingrunden am See. Tiefpunkt war, dass nahezu der gesamte Seminarinhalt bekannt war und dass man langsam keine PostIt's, Eddings, Mindmaps, Energizer und Ice-Breaker mehr sehen kann. Ich habe eine fünfte Methode kennengelernt mich mit meinen Ängsten und Erwartungen auseinander zu setzen, bloss habe ich eigentlich keine Ängste und deshalb auch keine Lust mehr auf Sorgensteine, Tages-Evaluationen und sonstige pädagogisch wertvolle Methoden. Wie ihr seht bin ich mittlerweile aber ein Experte, was das Seminardasein angeht.
Von gestern auf heute war ich zumindest für eine Nacht in meiner kleinen, feinen Wohnung und heute morgen war mein erster Familiengottesdienst mit anschließendem Empfang bei Kaffee, HotDogs und Zimtschnecken im Gemeindehaus. Es hat wirklich Spaß gemacht und ich kann es kaum erwarten mein Freiwilligendienst in der Gemeinde wirklich zu starten.
Zunächst werde ich morgen jedoch ins Wendland fahren und drei Tage ein weiteres Seminar besuchen. Ich zitiere mal eben aus dem Programm: "Was will ich?, Rechte und Pflichten, Krisenbewältigung, Ressourcen, Weggehen&Wiederkommen, Organisatorisches, und vieles mehr"- ...für alle, die sich jetzt denken, dass das doch eigentlich nicht so schlimm klingt, kann ich sagen: stimmt!- aber ich mache das Ganze nun zum vierten Mal...
Nun- genug gemeckert- ich hatte einen wirklich schönen Empfang hier in Göttingen mit Überraschungsabholung von Mami, lecker Essen von Greta, Blumen von Imke und allgmeinem Erzählen und Photos gucken.
Nun packe ich schon wieder meinen Koffer und morgen gehts es weiter.
Hej dâ, eure Uta
P.S.: Ich bin nun bis Mittwoch im Wendland, dann Donnerstag hier und fliege Freitagvormittag wieder zurück- wer sich meldet kriegt einen Kaffee von mir gekocht mit Photosgucken und Schwedischkurs.

Freitag, 5. September 2008

Hej, Hej.
Die Sonne scheint und unsere Kantorin klimpert etwas Jazz auf dem Piano nebenan. In den letzten Tagen habe ich weiterhin die verschiedensten Gruppen besucht und immer mal hier und da etwas verstanden und mitgemacht. Die Kindergruppen sind wirklich gut. Es wird gesungen, gespielt, gemalt und gebastelt und ich sitz mittendrin uns freu mich, wenn ich "Theodor Lundkvist" helfen kann seinen Namen zu stempeln. Die Zehnjährigen sprechen erstaunlich gutes Englisch und mit so einer Heissklebepistole in der Hand kommt man ganz gut ins Gespräch mit ihnen. Sehr bemueht haben sie mir die schedischen Vokabeln fuer blau, gelb und gruen beigebracht und mit Text kann ich auch mitsingen. Kleine Erfolge im Alltag- die lerne ich hier zu schätzen!
Gestern habe ich mich mit unserer Sekrtärin Lena der schwedischen Buerokratie gewidmet und bald habe ich eine schwedische Personennummer, die hier jeder hat. Mittags sind wir ins Naturreservat in Sollentuna gefahren und haben auf einer sehr idyllischen, typisch-schwedischen Farm sehr lecker gespeist. Zum Nachtisch gab es Kånalbulla- Zimtschnecke!!
Heute kommt Doro, eine deutsche Freiwillige, die im Sueden Stockholms arbeitet und morgen fahren wir gemeinsam auf das Ankunftsseminar in Sigtuna. Meine Mentorin Mia hat uns heut abend gemeinsam mit ein paar Jugendliche aus dem Bekanntenkreis zum Kochen eingeladen, das ist richtig gut, denn im Seniorenkreis und in der Kindergruppe ist der Kontaktaufbau zu Gleichaltrigen eher eingeschränkt.
Beste Gruesse! Eure Uta
P.S.: Mein Breifkasten muss entstaubt werden... sorgt doch mal dafuer!!

Dienstag, 2. September 2008

Välkomna i Sverige!

Hallo Ihr Lieben,
ich sitze im Büro meiner Mentorin und erhole mich bei Kirchenglockengeläut von der Schwedisch-Invasion des heutigen Morgens.
Ich bin gestern gesund und munter in Stockholm gelandet und habe meine Mentoren Per und Mia anhand eines liebevoll gestalteten Schildes ("UTA! Herzlich Willkommen zu Schweden") sofort gefunden.
Anschliessend sind wir nach Sollentuna gefahren und haben die Kirche angeschaut.
Ein modernes Gebäude von 1972 in Schwedenrot.
Wenn man die deutschen Kirchengemeindenverhältnisse kennt, sind die schedischen Umstände wirklich beeindruckend. Sehr grosszügige Räumlichkeiten, stilechtes IKEA wohin man schaut, ein eigenes Büro für jeden Mitarbeiter und für jede Gruppe- und das will etwas heissen, denn hier haben sie für eine Gemeinde drei Pastorin, zwei Diakone, zwei Kantorin, 3 Kinder- und Jugendpädagogen, 2 Küster und nun auch noch eine Volontärin!! Das Team ist ausgesprochen freundlich und man nimmt sich viel Zeit für Gespräche.
Mein Zimmer ist wirklich nett eingerichtet mit allem was man braucht... bis hin zu Bügeleisen, Q-tips im Bad und TV/DVD/Stereo- wirklich gut!
Nun geht gleich die Eltern-Kind-Gruppe los, ich bin gespannt ob schwedische Kinder aussehen wie Michel Lönneberga und Lotta aus der Krachmacherstrasse!
Beste Grüsse aus dem Norden.
Eure Uta

Montag, 1. September 2008

leaving on a jetplane

Hej!
Ich sitze im Internetcafé des Flughafens Hannover und bekomme für meinen Latte Macchiato 15 Minuten Internetzugang geschenkt. Eine gute Gelegenheit!
Das letzte Wochenende in Göttingen war erfüllt mit Überraschungsbesuch aus Braunschweig, Jagdhütte mit Sternenhimmel und köstlichem Wildabschlußessen.
Nach hohem logistischen Aufwand habe ich mein Gepäck auf 21, 8kg reduziert und TuiFly hat ein Auge zugedrückt.
Nun geht es gleich los... ich freu mich auf den Luftanblick Stockholms!
Eure Uta

Donnerstag, 28. August 2008

es geht los...

Hallo Ihr Lieben,

wow, ich kann einen Blog erstellen- ich bin begeistert.

Nach viel Trubel fliege ich tatsächlich am montag, den 1. September gen Norden.

Stand der Dinge:

- 20kg Gepäck sind zu wenig ( und erst das Schuh-Problem!!)
- EVS-Gefördert-Sein ist kompliziert
- Meine Schwedisch-Kenntnisse sind durchaus mehr als ausbaubar
- große Freude!!

Es grüßt Euch herzlich,

Uta