Dienstag, 30. September 2008

Hej Hej!
Nun bin ich anderthalb Wochen wieder hier und mein Leben hat eine Art von Alltag angenommen. "Alltag" soll keineswegs negativ klingen, aber nun fangen meine Tage an eine gleichmässige Struktur zu bekommen und das ist sehr angenehm nach all dem Rumgereise.
Ich habe nun jeden Morgen Schwedisch-Intensiv-Kurs in der "folksuniversitetet" in Stockholm. Der Grossstadtcharakter ist reizvoll, aber ich bin doch sehr froh zumindest ein bisschen ausserhalb zu wohnen. Der Unterricht macht viel Spass, wir sind eine internationale Gruppe von 10 Leuten und kommen gut voran. Heutige Lektion: der Imperativ --> "Titta, en älg!" (= Schau, ein Elch!). Wie ihr seht, beschränken wir uns auf sinnvolles Vokabular!
Nachmittags arbeite ich dann fuer ein paar Stunden in der Gemeinde. Engel basteln, Geschirr spuelen, Muffins backen, Kinderchor... alles doch recht spassige Tätigkeiten.
Ich habe unser klasse Herbstwetter genutzt mich mal in der Umgebung umzuschauen und es gibt zahlreiche Orte, die man zu Fuss oder mit dem Rad geniessen kann.
Letztes Wochenende haben wir den Geburtstag von Dorothee, deutsche Volontärin im Sueden Stockholms, gefeiert. Wenn man noch neu ist und wenig Leute kennt, ist es sehr spassig einfach alle einzuladen, die man trifft. Probleme wie "Ja, aber wenn ich sie einlade, muss ich auch ihn und ihn einladen und dann werden's viel zu viele.." hat man hier wirklich nicht. Dennoch kann ich mich keineswegs beschweren, denn die schwedischen Studenten, die ich bis jetzt kennengelernt habe sind wirklich nett.
Das Alleinewohnen gefällt mir bis jetzt ebenfalls gut. Die typische "Du bist ein Anfänger"- Situation hatte ich letzte Woche als ich eben nur fuer eine Person Nudeln kochen sollte... ich bin eben doch an grössere Mengen gewöhnt!! Aber zum Glueck habe ich kleines Gefrierfach und dort lager ich Brot, Fleischbällchen und andere Leckereien. Leider habe ich keinen Backofen und heute habe ich versucht Appelpie in der Mikrowelle zu machen- und oh Wunder, es funktioniert recht gut.
Nun schwinge ich mich auf mein Fahrrad und nutze noch ein bisschen die Abendsonne!
Hej då, eure Uta.

Donnerstag, 18. September 2008

geht's jetzt auch wirklich los?

Das Seminar ist überstanden und es hat erwartungsgemäß nicht sehr viel Nutzen mit sich gebracht. Wir waren in einem echten Weltverbesserhaus im Wendland untergebracht: dekorative Uraltsofas, "stand up for your rights- but sit down for your piss!"-Schilder auf dem WC, Flyer mit Aufrufen zu gewaltfreiem Widerstand gegen den Castortransport und eine kaputte Heizung. Das Rumgereise und die Kälte in diesem Haus haben meine Gesundheit etwas angeschlagen. Aber drei Tage konnte man es alles doch aushalten.
Der heutige Tag in Göttingen tat sehr gut: packen, auskurieren, Photos zeigen... diesmal ist es eben auch ein richtiger Abschied, weil ich in zwei Wochen nicht wieder auf der Matte stehe.
Das Packproblem hat mich von Neuem erreicht und ich bin gespannt, in welchem Zustand ich morgen mit Wanderrucksack, Klarinette und Handgepäck in meinem Vikingavägen 25A ankomme. Aber das soll wohl alles klappen und ich freue mich darauf mein Jahr in Schweden wirklich zu starten.
In diesem Sinne liebe Grüße an Euch alle.
Eure Uta

Sonntag, 14. September 2008

home sweet home...

Hello again.
Heute sitze ich im vertrauten Büro der Kalklage 15, Göttingen. Ich bin für 5 Tage wieder im Lande, um das Ausreise-Seminar der "Europäischen Freiwilligen Dienste" zu besuchen. Wenn ihr Euch jetzt wundert, warum ich ein Ausreiseseminar besuche, obwohl ich eigentlich schon ausgereist war, dann kann ich es verstehen- ich habe mich auch gewundert. Aber die deutsche Bürokratie will es so und deshalb fliege ich auf deren Kosten fröhlich in der Welt herum.

Ich war nun zwei Wochen in Schweden, davon eine bei meiner Einsatzstelle in Sollentuna und anschließend eine Woche auf dem "Ankunftsseminar" in Sigtuna. (Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Organisation ausgesucht habe, weil ich es für gut empfand durch das Jahr begleitet zu werden- in Form von Seminaren etc.-, aber langsam fühle ich mich etwas überbehütet.) Das Seminar in Sigtuna hatte Höhen und Tiefen. Hochpunkt war das Treffen der anderen deutschen Volontäre in Schweden und das Kennenlernen der schwedischen Volontäre. Hochpunkt war auch diese kleine Städtchen an sich und die morgendlichen Joggingrunden am See. Tiefpunkt war, dass nahezu der gesamte Seminarinhalt bekannt war und dass man langsam keine PostIt's, Eddings, Mindmaps, Energizer und Ice-Breaker mehr sehen kann. Ich habe eine fünfte Methode kennengelernt mich mit meinen Ängsten und Erwartungen auseinander zu setzen, bloss habe ich eigentlich keine Ängste und deshalb auch keine Lust mehr auf Sorgensteine, Tages-Evaluationen und sonstige pädagogisch wertvolle Methoden. Wie ihr seht bin ich mittlerweile aber ein Experte, was das Seminardasein angeht.
Von gestern auf heute war ich zumindest für eine Nacht in meiner kleinen, feinen Wohnung und heute morgen war mein erster Familiengottesdienst mit anschließendem Empfang bei Kaffee, HotDogs und Zimtschnecken im Gemeindehaus. Es hat wirklich Spaß gemacht und ich kann es kaum erwarten mein Freiwilligendienst in der Gemeinde wirklich zu starten.
Zunächst werde ich morgen jedoch ins Wendland fahren und drei Tage ein weiteres Seminar besuchen. Ich zitiere mal eben aus dem Programm: "Was will ich?, Rechte und Pflichten, Krisenbewältigung, Ressourcen, Weggehen&Wiederkommen, Organisatorisches, und vieles mehr"- ...für alle, die sich jetzt denken, dass das doch eigentlich nicht so schlimm klingt, kann ich sagen: stimmt!- aber ich mache das Ganze nun zum vierten Mal...
Nun- genug gemeckert- ich hatte einen wirklich schönen Empfang hier in Göttingen mit Überraschungsabholung von Mami, lecker Essen von Greta, Blumen von Imke und allgmeinem Erzählen und Photos gucken.
Nun packe ich schon wieder meinen Koffer und morgen gehts es weiter.
Hej dâ, eure Uta
P.S.: Ich bin nun bis Mittwoch im Wendland, dann Donnerstag hier und fliege Freitagvormittag wieder zurück- wer sich meldet kriegt einen Kaffee von mir gekocht mit Photosgucken und Schwedischkurs.

Freitag, 5. September 2008

Hej, Hej.
Die Sonne scheint und unsere Kantorin klimpert etwas Jazz auf dem Piano nebenan. In den letzten Tagen habe ich weiterhin die verschiedensten Gruppen besucht und immer mal hier und da etwas verstanden und mitgemacht. Die Kindergruppen sind wirklich gut. Es wird gesungen, gespielt, gemalt und gebastelt und ich sitz mittendrin uns freu mich, wenn ich "Theodor Lundkvist" helfen kann seinen Namen zu stempeln. Die Zehnjährigen sprechen erstaunlich gutes Englisch und mit so einer Heissklebepistole in der Hand kommt man ganz gut ins Gespräch mit ihnen. Sehr bemueht haben sie mir die schedischen Vokabeln fuer blau, gelb und gruen beigebracht und mit Text kann ich auch mitsingen. Kleine Erfolge im Alltag- die lerne ich hier zu schätzen!
Gestern habe ich mich mit unserer Sekrtärin Lena der schwedischen Buerokratie gewidmet und bald habe ich eine schwedische Personennummer, die hier jeder hat. Mittags sind wir ins Naturreservat in Sollentuna gefahren und haben auf einer sehr idyllischen, typisch-schwedischen Farm sehr lecker gespeist. Zum Nachtisch gab es Kånalbulla- Zimtschnecke!!
Heute kommt Doro, eine deutsche Freiwillige, die im Sueden Stockholms arbeitet und morgen fahren wir gemeinsam auf das Ankunftsseminar in Sigtuna. Meine Mentorin Mia hat uns heut abend gemeinsam mit ein paar Jugendliche aus dem Bekanntenkreis zum Kochen eingeladen, das ist richtig gut, denn im Seniorenkreis und in der Kindergruppe ist der Kontaktaufbau zu Gleichaltrigen eher eingeschränkt.
Beste Gruesse! Eure Uta
P.S.: Mein Breifkasten muss entstaubt werden... sorgt doch mal dafuer!!

Dienstag, 2. September 2008

Välkomna i Sverige!

Hallo Ihr Lieben,
ich sitze im Büro meiner Mentorin und erhole mich bei Kirchenglockengeläut von der Schwedisch-Invasion des heutigen Morgens.
Ich bin gestern gesund und munter in Stockholm gelandet und habe meine Mentoren Per und Mia anhand eines liebevoll gestalteten Schildes ("UTA! Herzlich Willkommen zu Schweden") sofort gefunden.
Anschliessend sind wir nach Sollentuna gefahren und haben die Kirche angeschaut.
Ein modernes Gebäude von 1972 in Schwedenrot.
Wenn man die deutschen Kirchengemeindenverhältnisse kennt, sind die schedischen Umstände wirklich beeindruckend. Sehr grosszügige Räumlichkeiten, stilechtes IKEA wohin man schaut, ein eigenes Büro für jeden Mitarbeiter und für jede Gruppe- und das will etwas heissen, denn hier haben sie für eine Gemeinde drei Pastorin, zwei Diakone, zwei Kantorin, 3 Kinder- und Jugendpädagogen, 2 Küster und nun auch noch eine Volontärin!! Das Team ist ausgesprochen freundlich und man nimmt sich viel Zeit für Gespräche.
Mein Zimmer ist wirklich nett eingerichtet mit allem was man braucht... bis hin zu Bügeleisen, Q-tips im Bad und TV/DVD/Stereo- wirklich gut!
Nun geht gleich die Eltern-Kind-Gruppe los, ich bin gespannt ob schwedische Kinder aussehen wie Michel Lönneberga und Lotta aus der Krachmacherstrasse!
Beste Grüsse aus dem Norden.
Eure Uta

Montag, 1. September 2008

leaving on a jetplane

Hej!
Ich sitze im Internetcafé des Flughafens Hannover und bekomme für meinen Latte Macchiato 15 Minuten Internetzugang geschenkt. Eine gute Gelegenheit!
Das letzte Wochenende in Göttingen war erfüllt mit Überraschungsbesuch aus Braunschweig, Jagdhütte mit Sternenhimmel und köstlichem Wildabschlußessen.
Nach hohem logistischen Aufwand habe ich mein Gepäck auf 21, 8kg reduziert und TuiFly hat ein Auge zugedrückt.
Nun geht es gleich los... ich freu mich auf den Luftanblick Stockholms!
Eure Uta