Montag, 20. Oktober 2008




Hej alla!
Ich blicke auf zwei ereignisreiche, schöne Wochen zurück.

Mein Sprachkurs ist nun nach vier Wochen zu Ende und bei der Verabschiedung hat man gemerkt, wie gern man sich über die Wochen hinweg gewonnen hat. Ich habe bei meinem Backtag die Portion verdoppelt und am letzten Tag eine Runde Muffins spendiert... so macht man sich Freunde ;-)! Nach eifrigem Adressenaustausch ist nun sicher, dass sich unsere internationale Runde nicht zum letzten Mal gesehen hat und wir uns sicherlich in Zukunft mal bei Kaffee und Kuchen gegenseitig unsere Fortschritte im Schwedisch vorführen werden.


Letzte Woche war ich -zur Abwechslung!- mal wieder auf einem Seminar. Diesmal war es das EVS-Ankomstseminar. Wir waren sehr schön untergebracht in Lidingö, einem Stadtteil von Stockholm. Wir waren ausschliesslich ausländische Volontäre und trotz meiner Skepsis im Voraus war ein ein wirklich gutes Seminar. Keine albernen Spiele, viele Draussenaktivitäten, Hochseilgarten, Freizeit in Stockholm, lecker Essen und abendliche Sauna-Nutzung.


Am letzten Wochenende ist Tine, eine deutsche Freiwillige aus Malmö, bei mir zu Besuch geblieben. Wir haben Stockholm besichtigt und sind am Samstag in die Schären rausgefahren. Es war herrlich im Herbstsonnenschein sich den Wind auf dem Schiff ins Gesicht zu pusten, durch die unzähligen kleinen Inselchen mit roten Häusern zu tuckern, am See zu picknicken und auf der Insel Vaxholm spazieren zu gehen. Ein wunderschöner Flecken Erde, diese Schärenlandschaft!

Nachmittags waren wir kurz im Musikmuseum, ebenfalls klasse mit zahlreichen Instrumenten zum ausprobieren. Dann ging es für uns an die Abendplanung und wir hatten die Idee und irgendwo Last-Minute-Tickets zu ergattern. Beim Musical "My fair Lady" hat es auf Anhieb nicht geklappt, also haben wir es bei der Oper versucht... und siehe da... Volltreffer! Und so haben wir den Abend im Ballett "Gustav III." genossen. Grossartiges Orchester(... Motivation pur meine Klarinette mal wieder auszupacken!!), tolle Lichteffekte auf der Bühne und klasse kostümierte, professionelle Tänzer.


Den Sonntagvormittag haben wir ausgeschlafen und waren anschliessend an meinem "Direkt-vor-der-Haustür"-See spazieren. Am Nachmittag hatten wir eine Veranstaltung in meiner Gemeinde, ein "Musikalisches Feuerwerk" mit verschiedenen Chören und Solisten aus der Stadt. Aufgrund des Sprachkurses in den letzten Wochen und des Seminars hatte ich im Vorfeld keine bestimmte Aufgabe bekommen. Aber bei mir kribbelte es in den Fingerspitzen, als ich einfach nur als Zuschauer teilnehmen sollte, während alle anderen arbeiteten. Also habe ich mich der Küche gewidmet und mich mit unserer "Spülmaschine im grossen Stil" bekannt gemacht. Nach 4h Arbeit war meine Arbeitslust gestillt und ich bin abends müde und zufrieden ins Bett gefallen.


Nun beginnt mein Diakonisches Jahr eigentlich so richtig. Kein Sprachkurs mehr, kein Ankomstseminar. Ich bin auch wieder vormittags in der Gemeinde und kann mich beim Gospelchor und im Sportklub anmelden. Heute bekomme ich ein schwedische ID-Kort und mein Bankkonto. Wie ihr seht, entwickelt sich momentan alles bestens. In den nächsten Monaten stehen zahlreiche Aktionen auf dem Programm: Herbstlager der Kindergruppe, Wochenende in Göteborg, Fahrt nach Riga, Besuch aus Schottland- sieht alles sehr verheissungsvoll aus!


Hälsningar, Eure Uta

Montag, 6. Oktober 2008

>> Tschena, hur är läget? Min svenskkurs är jätte brå och vi lesar jätte mycket sakar! <<

Der Schwedischkurs beginnt Früchte zu tragen. Jeden Morgen in Stockholm und nachmittags in der Gemeinde, dort versuche ich dann alles anzuwenden- und es klappt schon recht gut.

Die letzte Woche war sehr bewegt. Am Montag ist mein Grossvater gestorben. Neben meiner Trauer, stand ich vor der drängenden Entscheidung, ob ich für die Beerdigung nach Hause fahre oder nicht. Mein Start in das Jahr war durch das "wieder-hin-und-zurück"-Seminar in Deutschland sowieso schon sehr unruhig gewesen und deshalb habe ich mich letzendlich für das Hierbleiben entschieden. Ein drittes Mal Abschiednehmen musste wirklich nicht sein.
Statt dessen habe ich eine zeitgleiche Andacht mit Dorothee und Dominique (zwei andere deutsche Volontäre) gemacht und wir hatten eine intensive, schöne Stunde. Ich bin im Nachhinein sehr froh, diesen Weg gegangen zu sein.
Am Samstagabend waren wir in Uppsala zum "surströmming"-Essen... vergammelter Fisch auf trockenem Brot mit Kartoffeln, Sahne, Butter und Zwiebeln. Ich habe tatsächlich etwas gefunden, was ich wirklich nicht esse. Nun kann ich mich nicht mehr damit rühmen, ein komplett unkomplizierter Esser zu sein: surströmming ist einfach nur eklig, es stinkt und es schmeckt eben nach vergammeltem Fisch. Nej tack, jag äter bara potatis. (= Nein danke, ich esse nur Kartoffeln!)
Nach einem gestrigen Regentag scheint heute wieder eine wunderbare Herbstsonne. Gerade habe ich einen "ingefärkaka" gebacken. Leider weiss ich nocht nicht, was "ingefär" ist, es muss sich um ine Art Gewürz handeln. Schmeckt sehr lecker!
Nun nutze ich den Nachmittag, um in dem Naturreservat eine Runde zu "cyklarn".
Hej då, vi ses! Uta