Montag, 17. November 2008

Tschena!
Es ist ein herrlich sonniger, ziemlich kalter Morgen. Mein Fahrrad hat heute zum ersten Mal frei bekommen und ich habe die recht guten sollentunischen Busverbindungen genutzt.
Die letzte Woche war sehr abwechslungsreich und wirklich schön.
Am Monatgabend war ich in dem hiesigen Sportcenter beim Aerobic. Ihr dürft jetzt ruhig schmunzeln, aber es war klasse! Natürlich fast nur Frauen, schön am Springen, Steppen, Tanzen zur wirklich frischer Musik, dann ordentlich Styrketräning mit SitUps und Co und dann dehnen. Ich habe am Dienstag durchaus meine Knochen gespürt und habe mir dann am Mittwoch gleich die Dreimonatskarte für den ganzen Sportkomplex und allen seinen Angeboten gekauft.
Nun kann der kalte Winter kommen!
Der Schulbesuch mit Mia hat Spass gemacht. Das Ganze nennt sich Bibelaventyr (Bibelabenteuer) und die Kinder lernen in 2x 2h das gesamte alte Testament kennen und können es dann anhand von Stichworten und Bewegungen in 3 min durchcruisen.
Eine interessante Methode, Mia hat fleissig erzählt, ich habe an die Tafel geschrieben, vorgelesen und alles weitere Praktische gemacht. Und ehrlich gesagt: Ich lerne dabei eine ganze Menge mit!
Am Dienstagabend war ich zum zweiten Mal beim Gospelchor. Nach einem Vorsingen mit dem Ergebnis, dass ich doch besser in den Sopran gehen sollte als in den Alt ;-) (uups!), habe ich nun zahlreiche Advents- und Weihnachtskonzerttermine und es macht wirklich Spass.
Am Mittwoch hatte ich bei der Kinderreligionsgruppe zum ersten Mal meine eigene Gruppe. Es war herrrlich: alleine vor-und nachbereiten, mit 13 Kiddies in der Küche sitzen, singen, erzählen und anschliessend backen. Sie haben mich verstanden und es hat gut geklappt. So werden wir es nun beibehalten, sodass ich jede Woche alleine für die Gruppe zuständig bin.
Spät am Abend kam dann Henrik ins schöne Schweden geflogen. Es war mein erster "richtiger Besuch" und es war wirklich super mein Leben hier endlich mal jemandem zeigen zu können. Nach einigen Ryanairkomplikationen ist er spät nachts tatsächlich im Vikingavägen angekommen. Ich habe den Schlüssel von der Wohnung neben meiner bekommen mit der Ansage "Sorge bitte dafür, dass dort nur Leute schlafen, die du kennst!". Ja klar, gerne... eigentlich war es eine Wohnung der Diakonie von Sollentuna und sie wurde für Personen genutzt, die mal irgendwo ein paar Nächte unterkommen mussten, nun ist es meine Besucherwohnung. Also Leute, ran ans Flügebuchen!!
Am Donnerstag waren wir erst schön am See spazieren und haben nachmittags eine Freundin von Henrik in Stockholm getroffen. Sie hat uns ein wenig in die stockholmer Upperclass-Areas geführt und wir hatten einer sehr netten und köstlichen Abend.
Wir waren im Vasa-Museum, ein wirklich sehenswertes und beeindruckendes Museum. Den sonnigen Samstag haben wir auf dem Rad im Naturreservat verbracht und waren abends in meiner Gemeinde, wo ich im Gottesdienst auf der Klarinette den Chor begleitet habe. Es ist schön mal wieder eine Möglichkeit zu haben, das gute Stück auszupacken!
Am Sonntag früh ist Henrik wieder gen Schottland geflogen, ich war im Gottesdienst und anschliessend mit zwei Freunden aus Sollentuna schwimmen. Die eine ist ziemlich fit und hatte den Vorschlag 3km zu schwimmen. Nach 2h Bahnenschwimmen war ich dann gut müde und ehrlich gesagt recht überrascht von mir selbst... danach gab es für alle lecker Pasta bei mir im Vikingavägen. Abends war ich bei der Studentengruppe der Pfingstkirche, dort war es wir immer super nett.
Nun beginnt die nächste Woche, der Wochen- und Monatsplan steht und erfreulicherweise kann ich sagen, dass er sich füllt mit Dingen, die mir viel Spass machen und die mich endlich auch fordern. Wer nach Aufgaben und Verantwortung sucht, kann also sogar in der Schwedischer Kirche noch etwas finden!! Gut für mich.
So nun gibt es den Rest Pasta und dann geht an die Adventsbasarvorbereitung.
Ach ja, gestern hat es geschneit, schöne, grosse Bilderbuchflocken. Nun müssen sie nur noch liegenbleiben.
Eure Uta

Montag, 10. November 2008

Paldies. ("Das war lettisch.")

Gestern bin ich von unserer 5tägigen Riga-Personalreise wiedergekommen und heute morgen habe ich prompt die Zeitumstellung vergessen und bin eine Stunde zu früh wach geworden.

Die Tage in Riga waren sehr schön. Wir waren wirklich edel untergebracht im Gutenberghotel mitten in der Altstadt. Antik-eschickes Möbilar in meinem Doppelzimmer (das ich allerdings für mich alleine hatte), Flachbildfernseher mit RTL-Empfang, Frühstücksbuffet im grossen Stil, jeden Abend gemeinsamer Restaurantbesuch und und und. Ich muss zugeben, dass es mir manchmal ein bisschen zuviel Luxusleben war, es ist schon komisch als westeuropäische Kirchenmitarbeiter in einem Land wie Lettland so auf den Putz zu hauen. Aber ich hatte auch nicht die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen und habe es doch sehr genossen... ;-)
Neben diesen Verwöhnungen haben wir über Jahresplanung gesprochen, Budget, Gemeindeleben etc. Leider handelte es sich häufig um die Zeit nach meinem Aufenthalt hier, sodass ich nicht viel beitragen konnte. Aber ich merke, dass ich deutlich geduldiger geworden bin durch die viele Seminarberieselung... dann hör ich eben zu, verziere den Programmzettel und freu mich auf die nächste Pause. Ausserdem habe wir die Institutionen besucht für die unsere Gemeinde regelmässig Geld sammelt. Wir waren in einem Internat für beeinträchtigte Kinder und haben unsere Partnergemeinde besucht. Das war sehr interessant und wir wurden sehr herzlich empfangen. Ich habe oft daran gedacht, dass ich bei meiner Bewerbung nach Schweden und England, Ungarn als Drittwunsch angegeben habe. Es ist seltsam darüber nachzudenekn, wie meine Arbeit wohl dort ausgesehen hätte. Sicher ohne komplett gestellte Personalreise in eine anderers Land in einem solchen Umfang...
Für mich war es besonders schön meine Mitarbeiter mal auf privater Ebene kennenzulernen. Sie sind wirklich eine klasse Runde. Ich fühle mich sehr wohl mit ihnen.

Morgen gehe ich mit meiner Mentorin in die hiesige Grundschule und gebe mit ihr mehrere Stunden Bibel-Religions-Unterricht. Dafür haben wir ein tragbares Bücherregal in Form der Bibel und jedes Buch des alten und neues Testamentes steht als Buch in dem Regal. Die kleinen Bücher kann man dann aufklappen und dann sieht man eine kreative Darstellung des Buchinhaltes. Beim Paradies gibt es ein Schokobonbon...

Liebe Grüsse aus Sollentuna. Eure Uta

P.S.: Heute morgen hatte ich eine kleine Überraschung: Drei Rehe haben sich völlig ruhig und vertraut in meinem Garten den Bauch vollgeschlagen. Ich habe gedacht ich guck nicht richtig, aber Mia meinte, dass kommt hier wohl öfters vor... "Culture-Clash", wie meine geliebten Seminarleiter sagen würden.

Montag, 3. November 2008

Hej Hej.
Es ist ein sonniger Montagmittag, draussen ist es recht kalt geworden und von ersten Schneestürmen war letzte Woche schon zu hören... bald wird die Sauna zum ersten mal angeworfen!!

Anfang letzter Woche war ich als Betreuerin auf dem Höstlovslager, die Herbstfreizeit für alle Kinder aus den Gemeinden in Sollentuna. Wir sind zu einem schönen altem Haus am See im Norden Sollentunas gefahren und haben dort drei Tage lang Kinderparadies gespielt: Kennenlernspiele im Sonnenschein, Nachtwanderung mit Fackeln, glitschigen Spaghettis und auf dem Lagerfeuer gegrillten Würstchen, Bibelgeschichten hören, Basteleien aller Art, Kinderdisco, Torten selber machen, Theater, Chor, Andachten, Kindergeburtstagsessen und und und!! Ich hatte im Vorfeld mit Unterstützung einiger Jugendlichen die Organisation für die Kennenlernspiele (dank zahlreicher Seminare ist mein Repertoire mittlerweile recht gross), die Nachtwanderung und den Bunten Abend übernommen. Es hat Spass gemacht und tat gut etwas selber zu machen. Es waren gelungene Tage mit wichtigen persönlichen Einsichten wie
- Heimweh-Trösten auf Schwedisch ist nicht ganz einfach.
- Pfadfinder sind wirklich eine besondere Art der Jugendarbeit. Man sollte es nicht die ganze Zeit miteinander vergleichen.
- Kinder lehren einem wichtiges Vokabular.
- Nichts geht über einen Morgenspaziergang am See.
- Wenn man für das Lagerfeuer verantwortlich ist, sollte man sich bei einer nicht-pfadfinderischen Freizeit ein komplettes Wechselsachensortiment mitnehmen. So ganz alleine nach Feuer zu duften ist nur so mittelangenehm.

Als ich wieder nach Hause kam ging es ans Umpacken, denn am Donnerstagmorgen bin ich mit Dominique nach Göteborg gefahren. Sie ist Freiwillige in der Katholischen Kirche aus Uppsala und wir haben uns im Sprachkurs kennengelernt. Einer ihrer Mitarbeiter ist über das Wochenende für ein Seminar nach Göteborg gefahren und konnte uns im Auto mitnehmen... genau das Richtige für unser knappes Volontär-Budget! In Göteborg haben wir bei Lukas gewohnt, einem anderen deutschen Volontär. Wir haben das Volontär-Network ausgenutzt und in den Tagen noch andere deutsche und schwedische Volontäre getroffen. Ausserdem waren wir im Tierpark, im alternativen Haga-Viertel (originelle Läden und wunderschöne Gassen), im Stadtmuseum (zufälligerweise war dort eine Schokoladenaustellung mit dem Feinsten vom Feinstem zum Probieren... herrrlich!) und in allen Geschäften wo vorne REA (=schlussverkauf) draufstand. Dominique und ich hatten eine super Zeit zusammen und es war schön mal die anderen deutschen Volontäre zu treffen.

Nun bin ich zwei Tage in meiner Gemeinde, gehe heut Abend zum ersten mal mit zu den Pfadfindern und am Mittwoch geht es los nach Riga. Also: Koffer ausgepackt, Koffer eingepackt!!

Har det så bra! Uta