Hej meine Lieben,
heute morgen bin ich um halb fünf aufgewacht und mein Zimmer war von gleissendem Sonnenschein erhellt. Das Licht tut hier allen sehr gut und die Schweden ähneln im Frühling einem Haufen Ameisen, die aus ihrem Bau strömen. Plötzlich treffe ich meine Nachbarn, man hört Kindergeschrei und Hundegebelle, alles riecht nach Grillkohle und selbst abends um halb zehn kann man noch problemlos eine Runde drehen- kein Vergleich zu den Wintermonaten!
In den letzten Wochen habe ich viel in Sollentuna, Stockholm und Umgebung unternommen.
Ich war im Jüdischen Museum und beim Stadtshaus, in der Kunsthalle Sollentunas, in einer Austellung des schwedischen Malers Karl Larsson und im Musikal "Jesus Christ Superstar". Ausserdem habe ich das Stockholmer Nachtleben genossen, Ronja Räubertochter auf schwedisch gesehen ( diese Erdtrolle klingen auf schwedisch noch witziger...) und zum ersten Mal in meinem Leben Pfannkuchentorte gegessen (was für ein Festschmaus!!).
Am 30. Mai habe ich Walpurgis in Uppsala gefeiert- es geht um 8.00h morgens los mit Champagnerfrühstück und dann dauert das Studenten- und Stadtfest bis in die späten Abendstunden: Bootsrennen, Champagner en masse, Rektorenrede mit anschliessendem Hochwerfen der Studentenmützen, Musik und Tanz. Wie soll ich sagen?- Es war beeindruckend.
Ich habeendlich von unserer Küsterin gelernt, echte schwedische Zimtschnecken zu backen und ich habe in meinem Sportzentrum bei der Einheit "Afrikanischem Tanz" teilgenommen... eine interessante, wohltuende und wirklich amüsante Sache!
Letzte Woche war ich auf meinem letzten Seminar in Schweden. Eine Woche in der Volkshochschule Sigtunas mit recht gutem Programm und lecker Essen. Wir haben u.a. eine Pilgerwanderung gemacht, philophisch diskutiert, unser Jahr evaluiert und ein Shakespeare-Medley-Theaterstück in Stockholm angeschaut, welches von Schauspielern mit Down-Syndrom aufgeführt wurde.
Am Sonntagabend hatte ich Besuch von Camille, einem französischen Erasmusstudenten aus Uppsala. Es gab Crêpes mit Cidre- herrlich! Es ist ein recht interessant sein eigenes Gehirn zu beobachten, wenn man in kurzer Zeit zwischen vielen Sprachen wechselt. Kurz gesagt: Völliges Chaos, aber durchaus amüsant! Voilá, enfin bref...c'est vraiment le bazar!
Morgen habe ich unsere Schulkindergruppe zum letzten Mal. Alle fragen mich, wie lange ich denn eigentlich noch bleibe und besonders durch das Seminar letzte Woche ist mir bewusst geworden, dass sich die Heimreise nähert. Andererseits bin ich noch knapp zwei Monate hier und mich erwarten noch zahlreiche schöne Aktivitäten: "Abi is over!-Besuch" von Stephie, Gemeindeausflug in den Tierpark, Konfirmandenlager an der Westküste, Mittsommer und Besuch bei unserem alten AuPair-Mädchen Ylva, Besuch von meiner lieben Patentante Elisabeth und Wandern im hohen Norden...
...langweilig wird mir also sicher nicht!
Meine Planungen wie es im Herbst weitergeht nehmen Gestalt an. Ich habe mich entschieden ab Oktober Theologie zu studieren, momentan tendiere ich sehr zur Universität Leipzig.
Am Wochenende bringt mir unsere italienische Gemeindedame Germana bei, wie man richtige Pasta macht... ich bin gespannt ;-) !!
Liebe Grüsse aus Schweden,
eure Uta
P.S.: Leider ist meine Kamera beim Drachenbasteln mit der Kindergruppe auf den Boden gefallen... ich habe jetzt ein Leihmodell, nächstes Mal gibt es also auch wieder Bilder.
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